Europa am Scheideweg: Internationale Konferenz in Rom
In Zusammenarbeit mit der Region Friaul-Julisch Venetien veranstaltete Paneuropa Italien am 11. Juni 2026 in der Vertretung der Autonomen Region Friaul-Julisch Venetien in Rom eine internationale Konferenz zum Thema Europa am Scheideweg.
Die Veranstaltung gliederte sich in zwei Podiumsdiskussionen, die geopolitische Debatten mit historischer Reflexion und Dokumentation verbanden. Ziel der Konferenz war es, zu bekräftigen, dass Europa vor allem eine Gemeinschaft gemeinsamen Schicksals und gemeinsamer Werte ist.
Das erste Panel mit dem Titel Europa am Scheideweg zwischen alten und neuen Nationalismen, zwischen Integration und Desintegration befasste sich mit den zentrifugalen Kräften, welche den europäischen Zusammenhalt gefährden, und analysierte die Risiken einer Rückkehr zu einer Konfliktlogik zwischen Nationalstaaten.
Die Konferenz wurde von der Präsidentin von Paneuropa Italien, Gianna Di Danieli, eröffnet und vom Vizepräsidenten Marcello Fracanzani geleitet. Zu den Referenten gehörten unter anderem Prof. Giulio M. Chiodi, emeritierter Ordentlicher Professor für Rechtsphilosophie und Politische Philosophie, sowie Prof. Gianluca Tracuzzi, Ordentlicher Professor für Rechtsphilosophie an der Freien Mittelmeer-Universität von Casamassima (Bari). Das Konferenzprogramm ist beigefügt.
In seiner Schlussansprache hob der Präsident der Internationalen Paneuropa-Union, Pavo Barišić, „die Bedeutung des Subsidiaritätsprinzips für die künftige Entwicklung der europäischen Einigung hervor. Europas Reichtum liegt in seiner Vielfalt. Lokale Traditionen, Identitäten und Freiheiten dürfen nicht durch Entscheidungen verdrängt werden, die fern der betroffenen Gemeinschaften getroffen werden. Europäische Einheit bedeutet keine Uniformität. Was über Jahrhunderte gewachsen ist, verdient Respekt, Bewahrung und die Möglichkeit, sich in seiner Eigenart weiter zu entfalten.“
Er fuhr fort: „Wenn Europa eine gerechte und demokratische Gemeinschaft von Nationen, Kulturen und Regionen bleiben soll, muss es auf Zusammenarbeit in Freiheit beruhen und nicht auf Zentralisierung und bürokratischer Bevormundung. Das Subsidiaritätsprinzip bleibt unverzichtbar: Was auf lokaler Ebene entschieden werden kann, sollte nicht unnötig auf höhere Ebenen verlagert werden.“ Zugleich betonte er, dass Europa unter Wahrung seiner kulturellen Vielfalt seine Solidarität und seinen politischen Zusammenhalt vertiefen müsse: „Es gibt selbstverständlich Bereiche, in denen eine stärkere Einheit dringend erforderlich ist. An erster Stelle stehen die Sicherheits- und die Außenpolitik. Diese Herausforderungen übersteigen zunehmend die Möglichkeiten der einzelnen Staaten und erfordern ein koordiniertes europäisches Handeln.“
Im Abendprogramm wurde das Buch von Davide Fini Die Paneuropa-Union: Der Ursprung der Europäischen Union (1918–1945) vorgestellt. Das Werk zeichnet die Entstehung der Idee eines geeinten Europas nach, die auf der Verteidigung der abendländischen Zivilisation gegenüber den totalitären Ideologien des 20. Jahrhunderts beruht.
Bei der Vorstellung des Buches von Davide Fini hob Marcello Fracanzani, Richter am Obersten Kassationsgerichtshof, die Bedeutung hervor, die Ursprünge der Paneuropa-Union wiederzuentdecken – eines Projekts, das nach dem Ersten Weltkrieg entstand, um einen dauerhaften Frieden in Europa zu sichern. Er schloss mit den Worten, dass der einzig tragfähige Weg heute in einer stärkeren Europäischen Union liege, die in der Lage sei, den wachsenden Kräften der Desintegration im Geiste des paneuropäischen Ideals von Frieden und Einheit entgegenzutreten.
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