IPU emblem
Internationale Paneuropa-Union

Bosnien und Herzegowina an der EU-Grenze – Internationale Konferenz in Orašje

Vom 19. bis 21. Juni 2026 fand in Orašje, einer Stadt an der Grenze zur Republik Kroatien, die internationale Konferenz „An der Grenze der Europäischen Union: Integration, Vernetzung und Entwicklungsperspektiven Bosnien und Herzegowinas“ statt. Mehr als siebzig Teilnehmer aus sieben europäischen Ländern nahmen an der Veranstaltung teil.

Organisiert wurde die Konferenz von der Paneuropa-Union Bosnien und Herzegowina und der Stiftung Menschliche Brüderlichkeit in Partnerschaft mit der Regierung des Kantons Posavina, der Stadt Orašje und der Konrad-Adenauer-Stiftung. Sie brachte führende Politiker, Diplomaten, Wissenschaftler und Vertreter der Zivilgesellschaft aus Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Österreich, Deutschland, Slowenien, der Ukraine sowie weiteren europäischen Staaten zusammen.

peu bh orasje 1

Im Mittelpunkt der Konferenz stand die Verabschiedung und Unterzeichnung der Erklärung zur europäischen Zukunft Bosnien und Herzegowinas. Darin wird bekräftigt, dass die europäische und euro-atlantische Integration die grundlegende strategische Ausrichtung des Landes bildet und den entscheidenden Rahmen für Frieden, Stabilität und wirtschaftliche Entwicklung darstellt.

Die Erklärung wurde vom Präsidenten der Paneuropa-Union Bosnien und Herzegowina, Akademiemitglied Msgr. Franjo Topić, vom Ministerpräsidenten des Kantons Posavina, Đuro Topić, sowie vom Bürgermeister der Stadt Orašje, Marijan Oršolić, unterzeichnet.

Die Erklärung ruft alle politischen und gesellschaftlichen Akteure in Bosnien und Herzegowina dazu auf, durch Dialog und verantwortungsvolles Handeln zur Stärkung der staatlichen Institutionen und des gesellschaftlichen Zusammenhalts beizutragen. Zugleich wird hervorgehoben, dass der europäische Integrationsprozess parteipolitische Gegensätze überwinden müsse. Besondere Bedeutung misst das Dokument außerdem der Verkehrs-, Energie- und Digitalvernetzung sowie der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit als wesentlichen Voraussetzungen einer nachhaltigen Entwicklung der Regionen bei.

„Der europäische Weg Bosnien und Herzegowinas ist nicht nur ein politischer Prozess, sondern eine zivilisatorische Entscheidung. Europa ist ein Raum des Friedens, der Zusammenarbeit und gemeinsamer Werte, und Bosnien und Herzegowina gehört von Natur aus zu dieser Gemeinschaft“, erklärte der Präsident der Paneuropa-Union Bosnien und Herzegowina, Akademiemitglied Msgr. Franjo Topić.

peu bh orasje 2

Der Ministerpräsident des Kantons Posavina, Đuro Topić, und der Bürgermeister von Orašje, Marijan Oršolić, unterstrichen die Schlüsselrolle der kommunalen Ebene im europäischen Integrationsprozess. Posavina und Orašje wollten beispielhaft für europäische Offenheit und Zusammenarbeit stehen und damit Perspektiven für junge Menschen sowie für die wirtschaftliche Entwicklung schaffen.

Der Vizepräsident der Paneuropa-Union Bosnien und Herzegowina, Akademiemitglied Mirko Pejanović, bezeichnete die europäische Perspektive als grundlegende Voraussetzung für die langfristige Stabilität des Landes angesichts der gegenwärtigen geopolitischen Herausforderungen.

In seiner Ansprache betonte der internationale Präsident der Paneuropa-Union, Prof. Pavo Barišić:

„Bosnien und Herzegowina liegt nicht am Rand Europas, sondern gehört in das Herz der europäischen Geschichte, Kultur und Zivilisation. Das Land bildet eine Brücke zwischen Mitteleuropa, dem Mittelmeerraum und Südosteuropa. Deshalb ist die europäische Integration Bosnien und Herzegowinas nicht nur eine Frage der Erweiterung der Europäischen Union, sondern zugleich die Vollendung des historischen Einigungsprozesses Europas, der eingeleitet wurde, um die Spaltungen des vergangenen Jahrhunderts zu überwinden.

Ich bin überzeugt, dass Bosnien und Herzegowina mit den notwendigen Reformen und der Unterstützung seiner europäischen Partner das strategische Ziel der Vollmitgliedschaft in der Europäischen Union erreichen wird. Dies wäre nicht nur ein Gewinn für Bosnien und Herzegowina selbst, sondern zugleich ein bedeutender Beitrag zu Stabilität, Sicherheit und Wohlstand in ganz Europa.

Vor der politischen Führung des Landes liegt nun die Aufgabe, die Funktionsfähigkeit der Institutionen, die Rechtsstaatlichkeit und das gegenseitige Vertrauen weiter zu stärken, damit Bosnien und Herzegowina die mit einer Mitgliedschaft verbundenen Verantwortungen übernehmen kann. Europa braucht heute Bosnien und Herzegowina mit seinem ganzen Reichtum an kultureller und gesellschaftlicher Vielfalt ebenso sehr, wie Bosnien und Herzegowina Europa braucht. Es ist an der Zeit, dass diese europäische Zugehörigkeit nicht nur in gemeinsamen Werten und Identität, sondern auch durch die volle Einbindung dieses von Franjo Topić treffend als ‚Land der kompromissbereiten Menschen‘ bezeichneten Landes in den politischen und institutionellen Raum Europas ihren Ausdruck findet.“

peu bh orasje 3

An der Konferenz nahmen unter anderem der Justizminister von Bosnien und Herzegowina, Davor Bunoza, die Vertreterin der Direktion für europäische Integration Bosnien und Herzegowinas, Darija Ramljak, der Botschafter der Republik Kroatien in Bosnien und Herzegowina, Ivan Sabolić, der Präsident der Versammlung des Distrikts Brčko, Damir Bulčević, der Präsident der Versammlung der Gespanschaft Vukovar-Srijem, Dalibor Šandrk, sowie die Leiterin des OSZE-Feldbüros in Brčko, Megan McCullough.

Programme (EN) (PDF)
Declaration (EN) (PDF)

In den Medien